Klinische Kinderschutzmedizin: Unser Portfolio für bayerische Kliniken

Wir unterstützen die Kinderschutzgruppen (KSG) vor Ort durch persönliche Beratung, digitale Expertise und konkreten Werkzeugen. Ziel ist die fachliche Absicherung und strukturelle Stärkung jeder einzelnen Kinderschutzgruppe vor Ort.

1. Individuelle Unterstützung & Persönliche Vernetzung

Medizinischer Kinderschutz profitiert von einer guten Arbeitsbeziehung sowohl innerhalb der Klink, ins Hilfesystem und auch zu uns ins Kompetenzzentrum! Der direkte Kontakt zwischen den Mitarbeitenden der BKSA und den Klinikmitarbeitenden vor Ort bildet ein wichtiges Fundament unserer Arbeit und gemeinsamen Weiterentwicklung der Kinderschutzmedizin.

  • Persönliches Konsultationsangebot: Individueller Kontakt und Begleitung für alle bayerischen Kinderschutzgruppen zur Klärung struktureller oder fachlicher Fragen.
  • Fallbegleitung: Fachliche Unterstützung insbesondere zum Vorgehen bei komplexen Einzelfällen.
  • Verfahrenssicherheit: Fundierte Einschätzung zum Vorliegen gewichtiger Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung nach §4 KKG.
  • Spezielle Stärkung der Pflegekompetenzen in der Kinderschutzgruppe durch Vernetzung und Schulung der im Kinderschutz arbeitenden Pflegekräfte.
  • Supervision:Zum Beispiel nach besonders schwerwiegenden Fällen oder zur Entlastung für das Team. Auch bei Gewalt gegen das Klinikpersonal im Rahmen der KSG-Arbeit möglich.
  • Forensische Dokumentation: Unterstützung bei der gerichtsverwertbaren Sicherung von Befunden – objektiv, deskriptiv und standardisiert.
  • Interner Prozess-Audit: Angebot einer "Struktur-Prüfung" für Kliniken, die ihre internen Abläufe verbessern möchten.

2. Regionale Vernetzung in 7 bayerischen Bezirken

Um regionale Besonderheiten zu berücksichtigen und die Wege kurz zu halten, haben wir Bayern in sieben Netzwerk-Regionen unterteilt. Einmal jährlich findet in jeder Region ein Präsenztreffen statt. Dies dient dem direkten Austausch, der Vernetzung mit lokalen Akteuren und vertiefenden Fachvorträgen durch das Team des Kompetenzzentrums. Aufbau eines Verzeichnisses erfahrener Ansprechpartner innerhalb der Regionen, die sich gegenseitig bei Fragen oder Problemen unterstützen.

  • Süd-West
     
  • München & Großraum
     
  • Süd-Ost
     
  • Mitte-Ost
     
  • Nürnberg & Großraum
     
  • Nord-West
     
  • Nord-Ost

3. Interprofessionelle Qualitätszirkel (iQZ)

Qualität im Kinderschutz entscheidet sich häufig an den Schnittstellen. Neben verschiedenen Professionen muss auch eine „gemeinsame Sprache“ über Sektorengrenzen hinweg gefunden und verstanden werden.

Wir moderieren den Dialog zwischen Klinikärzten, niedergelassenen Kinder- und Hausärzten, Therapeuten, Jugendämtern sowie Vertretern von Familiengerichten, Polizei und Strafjustiz. Dazu findet ein Präsenztreffen zwischen einer (oder einigen wenigen) Klinik, niedergelassenen Ärzten und den „dazugehörigen‘“ Jugendämtern und/oder Polizei, Justiz etc. statt.

Anfrage für einen iQZ

4. Digitale Expertise: RemApp & E-Learning

Wir nutzen modernste Technologien, um rechtsmedizinische und pädiatrische Expertise in jede Klinik und Praxis Bayerns zu bringen.

  • RemApp (Telekonsil): Konsiliarischer Onlinedienst zur zeitnahen anonymisierten Einschätzung von Verdachtsfällen durch Experten-Chat oder Video-Telefonie.
  • Interdisziplinäres E-Learning: Zertifizierte Online-Module für Ärzteinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Hebammen, Sozialpädagoginnen, Psychotherapeuten und Medizinische Fachangestellten.
  • Virtuelle "Große Runde": Anonymisierte Fallvorstellungen via Webinar, bei denen seltene oder besonders lehrreiche Fälle interdisziplinär diskutiert werden.

5. Arbeitsmaterialien & Dokumentationsstandards

  • Klinische Werkzeuge: Anamnesebögen (Pflege/ärztlich), Dokumentationsschemata für Verletzungen und Flowcharts, Vorlagen für Fallbesprechungen und Fallkonferenzen. 
  • Strukturelle Vorlagen: Muster für innerklinische Zusammenarbeit, institutionelle Schutzkonzepte, Verhaltenskodizes und Kooperationsvereinbarungen mit Jugendämtern. Argumentationshilfen zur Refinanzierung von Kinderschutzleistungen.
  • Patienten-Dashboard: Vorlage zur Dokumentation und Evaluation der eigenen Fälle und Erstellung einer Übersicht der Gesamtfallzahlen in Bayern.

6. Vision & künftige Bedarfe in Bayern

Kinderschutz ist eine Daueraufgabe, die stetige Weiterentwicklung benötigt. Was wir heute tun und was wir morgen brauchen:

  • Ist-Zustand
  • Bedarf 1: Nachhaltige Finanzierung: Integration von Kinderschutzkoordinatoren in den bayerischen Krankenhausplan (oder so) als fester Bestandteil der Vorhaltekosten.
  • Bedarf 2: Psychosoziale Resilienz: Implementierung flächendeckender Supervisionsangebote zum Schutz des Personals vor Sekundärtraumatisierung.
  • Bedarf 3: Digitale Vernetzung: Ausbau der RemApp zu einer intersektoralen Kommunikationsplattform zwischen Klinik, Praxis und Jugendhilfe.“

Kinderschutzmedizin ist keine Randdisziplin, sondern eine Kernaufgabe der Pädiatrie, Kinderchirurgie und Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie erfordert Expertise, vielfältige Kompetenzen, Mut und ein interprofessionelles Netzwerk.

Das Landesweite Kompetenzzentrum Bayerische Kinderschutzambulanz ist nicht nur Beratungsstelle, sondern der Motor für eine Qualitätsgemeinschaft. Wir laden alle professionellen Akteure im bayerischen Gesundheitswesen ein: Nutzen Sie unsere Ressourcen, bringen Sie sich in die Qualitätszirkel ein und lassen Sie uns gemeinsam sicherstellen, dass jedes Kind in Bayern die medizinische Hilfe und den Schutz erhält, den es benötigt.